Winter in der Bretagne ...

...von Meeresrauschen und Einsamkeit
Winter in der Bretagne?

Ihr wisst ja, dass ich immer auf der Suche, nach neuen Geschichten bin, die ich euch aus und über die Bretagne erzählen möchte.

Manchmal ist es etwas Historisches und manchmal etwas, das einfach aus meinem Bauch herauskommt, oder besser gesagt aus meinem Herzen… – so wie heute.

Dazu muss ich sagen, dass ich mich im Moment genau an Ort und Stelle befinde – ja, ich schreibe euch tatsächlich direkt aus dem Finistère.

Ich sitze in einem kleinen Häuschen am Rande des Atlantiks, geniesse das Meeresrauschen und die salzige Luft auf meinen endlosen Spaziergängen und bin rundrum glücklich, hier sein zu dürfen.

Das passt ja sehr gut zu meiner Blogüberschrift: Bretagne im Winter.

Dem Ganzen hänge ich jetzt noch einen Nachsatz an: Bretagne im Winter – was tun?

 

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Winter Bretagne: Von Meeresrauschen und Einsamkeit

Wie ich darauf komme? ich will es euch verraten…

Ganz einfach: Bei meinen Recherchen kam ich auf einige Hotelbewertungen und Kommentare zu meinem absoluten Lieblingsort in der Bretagne: Saint Guénolé. Und was ich in diesem Zusammenhang las, stimmte mich irgendwie traurig.

Deshalb heute kein historischer Abriss über Maler, Orte und Kapellen, sondern etwas, das mir ganz einfach am Herzen liegt.

Heute geht es um das Gefühl in der Bretagne zu sein und das ist nicht einfach nur ein Da-sein, weil man Urlaub hat, nein: es ist das Sein an einem ganz besonderen magischen Ort.

Was war es, was ich gelesen hatte.

„Bretagne im November – nie wieder! Trist, langweilig, öde – ach, und immer wieder WLAN funktionierte nicht.“ Sagt das nicht alles aus? Können wir denn wirklich nicht mehr mit uns alleine sein und die Zeit ein wenig genießen?

Ich werde euch ein wenig von Saint Guénolé im Winter erzählen, von den Menschen und den Felsen, von der Ruhe und der Einsamkeit.

Wer darauf hofft, heute von mir Adressen für ein gutes Abendessen zu bekommen oder andere Attraktionen, der kann hier beruhigt aufhören zu lesen – heute bleibt die Gudrun ganz leise.

 

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Der Mensch und das Meer

Nein, stattdessen werde ich euch nur wenige, aber ganz besondere Fotos aussuchen, die mein Gefühl für diese Zeit – diese Monate zwischen Herbstende und Frühlingsbeginn –  besonders widerspiegeln.

Heute gibt es keine Routen an der Küste entlang und wenn dann nur zu Fuß – ja auch das las ich: ohne Auto ist Saint Gué nicht zu empfehlen.

Nun, dem widerspreche ich nur allzu gerne, denn es gibt eine sehr gut erschlossene Buslinie – und glaubt mir, im Bus seht ihr mehr als in eurem Auto geleitet vom Navi. 

Vor allem könnt ihr euch endlich einmal auf das Wesentliche konzentrieren – auf die Landschaft und nicht auf das Einhalten einer Geschwindigkeitsbeschränkung.

Bretagne im Winter das ist Ankommen und zur Ruhe kommen. Das sind im November die stillen Tage, die in Deutschland manchmal so laut sind, die überlagert sind von Weihnachtsschmuck in den Ladenfenstern im Dezember und Faschingstreiben im Februar.

Bretagne im Winter ist nichts davon – Es ist ursprünglich und ehrlich, rau und erd-, nein meerverbunden.

Und hinzu kommt etwas ganz besonderes – keine Menschenmengen, kein Gelärme. Wer sich darauf einlässt, ist plötzlich auf sich alleine gestellt.

Am Ende der Welt angelangt.

Meeresrauschen live anstatt Rosamunde Pilcher im TV, der Hafen von Saint Guénolé, eine der gefährlichsten Hafeneinfahrten Europas, anstelle eines Tatortes, und meinetwegen am Abend ein Buch von Luc Bannalec, dem in Deutschland so hochgelobten Krimiautor ( Bretonische Verhältnisse ) mit seinem ebenso hochgelobten Kommissar Dupin – sei’s drum.

Wer übrigens gar nicht auf ein paar bewegte Bilder verzichten kann, dem empfehle ich den Film: „Die Frau des Leuchtturmwärters“. Er spielt auf der île Ouessant und ist für mich einer der schönsten Spielfilme, die in der Bretagne spielen.

Wenn die Wellen im Winter über die Felsen schlagen und die Fischer bei ihrer Heimkunft den Kampf mit ihnen aufnehmen, dann muss man sich darauf einlassen, und wer sie versteht diese Symbiose aus Mensch und Meer, beginnt die Bretagne zu verstehen.

An solchen Tagen lasse ich manchmal meine Kamera zu Hause. Als Fotograf setzt man sich oft unter Druck, denn man glaubt, ohne Kamera den entscheidenden Moment zu verpassen.

Die stille Zeit in der Bretagne hat mich gelehrt, dass es auch einmal ohne Kamera, Handy und Auto geht und dass es gut tut. Es ist vielleicht ein etwas anderer Urlaub, einer, wie wir ihn heute nicht mehr gewohnt sind, denn eigentlich brauchen wir ja Action, ohne daran zu denken, dass wir davon Tag für Tag genug haben. Aber es ist auch ein Urlaub der besonderen Art – ein Urlaub der Besinnung auf ganz andere Dinge, als jene, die uns immer wieder so wichtig erscheinen. Ja, die Bretagne zu ihrer stillen Jahreszeit ohne Tourismus und Action kann Menschen verändern.

 

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Die Gedanken werden frei

Um auf den Anfang zurückzukommen: die Kritik diverser Touristen an Saint Guénolé.

Nein, im Winter hat Saint Guénolé nichts von seinem Reiz verloren – es ist jetzt wieder der kleine, verschlafene, unwahrscheinlich reizvolle Ort, den ich so in mein Herz geschlossen habe. Es hat sich in sich zurückgezogen, viele Fensterläden sind geschlossen und der Ort ruht in sich. Im Winter ist Saint Guénolé einfach es selbst und unverfälscht.

Und dann das Meer: dunkle Wolken und Sturm, und plötzlich dann unendliche Weite. Die Sonne kommt hervor und ich setze mich auf einen kleinen Felsen am Stouic. Mein Herz wird ganz groß und meine Gedanken ganz frei.

Stille und Einsamkeit umhüllt mich an solchen Tagen, wenn ich an der Küste entlang laufe.

Ich bin unendlich dankbar und erfüllt. In meinen Ohren klingt das Meeresrauschen, ich beobachte die Möwen und wünsche den Fischern eine gute Rückkehr.

Ihr seht, ich liebe den Winter in der Bretagne…

… und was ist mit euch? Wart ihr schon einmal zu dieser Zeit dort?

Vielleicht sind wir uns ja begegnet… – und wenn nicht, dann vielleicht im nächsten Jahr!

Es grüßt euch herzlich & à bientôt

Eure Gudrun

 

 

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