Weihnachten in Wien...

...auf der Suche nach der Wiener Gemütlichkeit, oder so...

Warum ich nicht mehr nach Wien fahren werde…

Irgendwie hatte ich mir das alles ja ganz anders vorgestellt: Weihnachten in Wien, Spaziergänge im Schneegestöber, Glühweintrinken und Schneeballschlachten machen… Zugegeben: das war völlig naiv.

Ich weiß ja, dass es heute keine Schneegarantie mehr gibt, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Also Weihnachten in Wien ohne Schnee. Die Schneemassen kamen erst an dem Tag meiner Rückfahrt und ja, es waren wirklich Massen. Das Ganze bescherte mir eine über 10 stündige Heimfahrt vorbei an schneebedeckten Bergen und auf glatten Straßen. Naja, Schnee habe ich also dann doch gesehen, aber eben nicht in Wien. 

Dort war es stürmisch, aber nicht so stürmisch, dass Wien mein Herz im Sturm erobert hätte. Mag es am Wetter gelegen haben oder an den Massen von Touristen, die sich durch die City quälten.

Zweifellos wird Wien als die lebenswerteste Stadt gerühmt – gewählt von einem Personalunternehmen ;-), das die Daten zu Lebensqualität verglichen hat… Und ja: Wien ist schön. In der prachtvollen Ringstraße reiht sich ein mondänes Bauwerk an das andere – die Staatsoper, das Burgtheater, etc. etc. – alles in perfektem Erhaltungszustand, alles erhaben.

So weit, so gut. Ich jedoch bin in Wien einfach nicht angekommen, obwohl ich mich wirklich bemüht habe – es wollte nicht funktionieren, Wien hat mich nicht wirklich berührt…

Wien und ich, wir passen irgendwie nicht zusammen…

Normalerweise erkunde ich eine Stadt bis in den letzten Winkel, tauche ein in das Unbekannte, lasse mich treiben.

In Wien hatte ich schon nach kurzer Zeit das Gefühl schon alles gesehen zu haben und das schon mehrfach. Der Wow-Effekt wollte sich einfach nicht einstellen. 

Klar, in Wien gibt es jede Menge zu sehen, tausende von kulturellen Angeboten, Konzerte und unzählige, tolle Ausgehmöglichkeiten, das will ich nicht bestreiten, aber der Funke wollte einfach nicht überspringen.

Ich muss da so ein bisschen an ein Zitat von Albert Camus denken: Wien war eine erfrischene Stadt: Es gab hier nichts zu besichtigen (…) Eine Zeitlang genoss er diese oberflächliche, üppige Szenerie, die in der wenigst natürlichen Stadt der Welt den Menschen von sich selber trennt. ( aus: Albert Camus, L‘Étranger )

Noch vor Beginn der Reise war ich felsenfest davon überzeugt gewesen, dass Wien eine meiner neuen Lieblingsstädte werden würde, aber so ist es nicht – ich muss da wirklich nicht mehr hin. (Naja,  – als Friedensangebot für alle Wiener: ich werde es dann irgendwann doch noch einmal versuchen, im Sommer oder so – vielleicht…;-).

 

Einmal rundherum – die Vienna Ring Tram
Sie führen u.a. vorbei an der Universität, dem Burgtheater, dem Rathaus, der Hofburg, dem Naturhistorischen- und dem kunsthistorischen Museum, dem Parlament und der Wiener Staatsoper. Infos zu den Sehenswürdigkeiten werden während der etwas 20 min Fahrt über Kopfhörer angeboten. Ein- und Ausstieg ist  am Schwedenplatz. Abfahrt ist täglich von 10  bis 17.30 Uhr zu jeder halben und vollen Stunde. Die historische Tram des Tramwaymuseums startet jeden Abend zu einer einstündigen Stadtrundfahrt beim Otto Wagner Stadtbahnpavillon am Karlsplatz.

Wien ist anders, die Wiener sind es auch…

Das was ich jetzt schreibe, schreibe ich eigentlich mit einem ziemlich schlechten Gewissen den Wiener gegenüber…

Dennoch bin ich mit meiner Meinung tatsächlich nicht allein, denn Wien liegt bei der Wahl zur unfreundlichsten Stadt laut Expats auf Platz 3 – also kann ich mit meiner Meinung dann doch nicht so ganz falsch liegen.

Mir liegt der sogenannte Wiener Schmäh so ganz und gar nicht. Ich freue mich immer mit Menschen in Kontakt zu kommen, die dort zuhause sind, wo ich hinreise, dass gehört für mich einfach dazu. Selbst Sprachbarrieren lassen sich mit Freundlichkeit und Interesse am Gegenüber überwinden. Die Wiener aber sind halt ein bisserl unfreundlich und anscheinend noch stolz darauf…

Am meisten sind mir jedoch diese ganzen verkleideten Mozarts auf den Geist gegangen, die mir irgendwelche Konzertkarten andrehen wollten.

Klar, gab es auch schöne Eckchen und Momente, aber das ändert leider nichts an meinem Gesamteindruck – ich denke, dies ist auch der Grund, warum ich so lange gebraucht habe, meine Bilder zu sortieren und den ersten Blogartikel über Wien zu schreiben.

 

Zum Jahreswechsel in Wien – der Silvesterpfad

Zum Jahreswechsel wird in Wien ausgelassen gefeiert, wobei  der Silvesterpfad in der Altstadt das absolute Highlight ist.

Am 31. Dezember verwandelt sich nämlich die Altstadt in ein riesigengroßes Partygelände: Ab 14 Uhr bis etwa 2 Uhr nachts wird entlang des Silversterpfades Punsch und kulinarische Spezialitäten angeboten, an zahlreichen Stationen gibt es verschiedene Showprogramme vom Walzer, bis zur Rockmusik.

Richtig cool: Nachmittags bewegt sich Wien im 3/4 Takt, denn die Wiener Tanzschulen bieten Walzertanzkurse für jedermann an. Da habe ich dann meine alten Walzerkenntnisse aufrischen können. Zum Jahreswechsel gibt es am Rathausplatz und im Prater ein großes Feuerwerk.

Achtung: Wer Platzangst hat, sollte gerade am Rathaus das ganze Spektakel lieber von unten betrachten und nicht bis zum Rathaus hinauf gehen, denn das Gedränge ist unbeschreiblich (wer da einmal drin ist und geschoben wird, kommt eigentlich so gut wie nicht mehr raus – Tipp: Wenn ihr es doch wagt und es euch zu viel wird, versucht euch einen Weg hinter den Hütten vom Weihnachstmarkt zu bahnen, das funktioniert eigentlich ganz gut.). Außerdem hat man von der Straße aus auch die bessere Aussicht auf das Feuerwerk. Mehr zum Silvesterpfad: wienersilvesterpfad.at

Ein paar versöhnliche Worte zum Schluss :-)))…

Was mir richtig gut gefallen hat, waren die musikalischen Pfade, auf denen ich gegangen bin – vom Haus der Musik, über das Mozarthaus bishin zu den Liveübertragungen vor der Oper (dick eingemummelt in eine Decke, lediglich ein wenig Schnee hat noch gefehlt…), was mich mit vielem wieder versöhnt hat – ich habe viel altes Wissen aufgefrischt und jede Menge neues dazubekommen.

Absolut super ist übrigens der öffentliche Nahverkehr, da kann man wirklich nicht meckern und daran könnten sich tatsächlich viele andere Städte ein Beispiel nehmen. Was ich auch richtig cool fand, ist die Idee mit dem Silversterpfad. Hier ist musiktechnisch für jeden etwas dabei und die Stimmung ist einfach klasse.

Allerdings ist es tatsächlich sinnvoll, schon am Nachmittag dorthin zu gehen und am Abend lieber etwas anders zu planen, es sei denn, man hat kein Problem damit, sich von den Menschenmassen schieben zu lassen…

Wie sieht es bei euch aus? Wien ja – oder eher nein? Welche Erfahrungen habt ihr in Wien gemacht?

Es grüßt euch ganz herzlich

 

Gudrun
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